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Diabetes

Mit Diabetes kann man durchaus gut leben. Ärzte weisen immer wieder darauf hin, dass Diabetiker eigentlich "bedingt gesund" sind. Zwar bleibt der Kampf gegen die eigene Uneinsichtigkeit - es geht mir doch gut, ich habe keine Schmerzen - nicht erspart. Aber: Bei nüchterner Betrachtung erkennt man, dass vieles, was gut tut, auch für "Gesunde" richtig ist.


Motto: Flexible Kontrolle


Diabetiker dürfen heute fast alles. Voraussetzung: Sie wissen, was für Sie gut ist. Die strengen Regeln von früher gelten heute nur noch bedingt. Es gibt zwei verschiedene Formen der Zuckerkrankheit: den sogenannten "jugendlichen" oder Typ-I-Diabetes und den als "Alterszucker" bekannten Typ-II-Diabetes. Das Motto heißt flexible Kontrolle und bedeutet, das regelmäßige Kontrollen des Blutzuckerspiegels auch mehr Freiheiten beim Essen erlauben. Das gilt sowohl für Typ-I und Typ-II. Einzige Bedingung: Kein Übergewicht, keine erhöhten Blutfettwerte.

Kaum eine andere Krankheit ist so sehr Einstellungssache wie die Blutzuckerkrankheit Diabetes. Obwohl die Diagnose zuerst überrascht und erschreckt: Man befürchtet, das gesamte Leben nun ändern zu müssen. Eines unterscheidet Diabetes aber von vielen anderen Krankheiten: Der persönliche Einsatz, die Veränderung der Einstellung und der Lebensgewohnheiten wird belohnt. Stimmt die Einstellung im Leben, dann stimmt auch der Stoffwechsel.

Das Hormon Insulin

Die Nahrung gelangt über den Darm ins Blut. Im Normalfall schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin ins Blut aus. Aufgabe des Insulin ist es, den Nahrungszucker aus der Blutbahn in die Körperzellen aufzunehmen. Dort wird der Zucker dann zu Energie verbrannt. Zusätzlich bremst Insulin die körpereigene Produktion von Zucker. Zucker wird auch in der Leber und den Muskeln gebildet. Ohne Insulin gibt die Leber diesen Zucker ungehindert ins Blut ab. Wenn die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin produziert, passiert zweierlei: Erstens wird nicht genug Zucker aus der Nahrung in die Zellen befördert, und zweitens wird im Körper zuviel Zucker produziert. Es kommt zu einem Zuckerüberschuss im Körper. Das Ergebnis: ein zu hoher Blutzucker. Die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus beruht daher auf einem Mangel an Insulin.

Der Zuckerstoff Glucose

Zucker spielt im Stoffwechsel eine entscheidende Rolle: Die Körperzellen werden ständig mit Energie versorgt. Voraussetzung: Das Insulin öffnet die Türe zu den Zellen. Kein Insulin - keine offene Tür - Ergebnis: Zucker kann nichts ausrichten und bleibt "draußen" im Blut.

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Hilfe, Tipps und Infos


Aufmerksamkeit, Rat und Hilfe - der Arztbesuch

Als Diabetiker sind Sie aufgrund der Erkrankung lebenslang auf medizinische Betreuung angewiesen. Wählen Sie einen Arzt, dem Sie vertrauen und der sich um Ihr Diabetes kümmert. Bereiten Sie den Besuch vor. Ihre Mitarbeit wirkt sich auf das partnerschaftlichen Verhältnis zum Arzt sehr positiv aus.

Regelmäßige Arztbesuche alle vier bis sechs Wochen reichen aus. Notieren Sie bitte Ihre:

  • Beobachtungen und Beschwerden
  • Benötigten Medikamente und Materialien
  • Fragen

Besprechen Sie Ihre Aufzeichnungen und Notizen mit dem Arzt. Wichtig: Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Wiederholen Sie alles, um sicherzugehen, dass Sie es richtig verstanden haben. Sie sollten von Ihrem Arzt alles für die Krankheit bekommen, vor allem aber: Aufmerksamkeit, Rat und Hilfe.


Hilfe zur Selbsthilfe

Ebenso wichtig wie die ärztliche Behandlung ist die Schulung. Sie sollen ihre eigener Experte werden. Schließlich müssen Sie jeden Tag die richtigen Entscheidungen beim Umgang mit Diabetes treffen.

Diabetiker-Schulungen gibt es ......
Ziel ist es, den Zuckerkranken kompetent zu machen. Diabetiker sollen ihre eigener Experte in Fragen wie zB Ernährung, Bewegung, Vermeidung von Unterzucker, Blutzuckermessung, Therapie mit Tabletten oder Insulin usw. werden. Vielen "neuen" Diabetikern fällt es leichter, sich in der Gruppe dieser Krankheit zu nähern. Gemeinsam lernt es sich leichter und macht auch Spaß. Man lernt, wie gute Ernährung zusammengestellt wird, im Restaurant man die richtige Speisen-Wahl trifft; körperliche Betätigung sinnvoll dosiert und sich auf Reisen richtig vorbereitet. Aber auch; wie man sich immer wieder motiviert, wenn der Antrieb fehlt.

Da sich in der Diabetologie Jahr für Jahr interessante Neuigkeiten ergeben, sollte die Diabetiker-Schulung mehrmals im Leben wiederholt werden. Experten raten: Bilden Sie sich in der Gruppe fort.
Im Gegensatz zu vielen anderen Patienten werden die Zuckerkranken im Laufe ihres Lebens sozusagen zu ihren eigenen Ärzten. Die Devise lautet: nicht allwissend, aber eigenverantwortlich. Kompetente und engagierte Diabetiker wissen viel über die Zuckerkrankheit. Die behandelnden Ärzte bleiben im täglichen Leben mehr oder weniger im Hintergrund.

Richtige Ärzte beraten und motivieren, erkennen wichtige Komplikationen und leiten entsprechenden Maßnahmen ein. Um Patienten langfristig gut zu behandeln, müssen sie oft die Zügel locker lassen. Zuckerkranke brauchen ein gutes Stück Freiheit, was aber zugleich auch mehr Eigenverantwortung bedeutet.

Nerven und Gefäße

Jahrelange Zuckerkrankheit, besonders aber lang und schlecht eingestellter Diabetes, kann zu Nerven- und Gefäßschäden führen. Die Folgen sind oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen: Die Nervenschädigung kann dazu führen, dass weniger oder gar kein Fußschweiß mehr gebildet wird. Oder, dass die Haut austrocknet und Risse bekommt. Verletzungen an den Füßen werden wegen der verminderten Schmerzempfindung gar nicht oder sehr spät bemerkt. Das bedeutet ein gefährliches Zusammenspiel verschiedenen Komplikationen. Sehr gefürchtet ist eine Amputation der Füße, die aber durch eine zeit- und fachgerechte Behandlung verhindert werden kann.


Füße pflegen und retten

Nehmen Sie sich Zeit für eine sorgfältige Fußpflege. Waschen Sie Ihre Füße täglich in warmem Wasser. Achtung: zu lange Fußbäder weichen die Haut aber zu sehr auf. Benutzen Sie milde Seife (Beispiel Babyseife), spülen Sie gründlich ab und trocknen Sie die Füße sorgfältig mit einem weichen Handtuch ab - besonders zwischen den Zehen.

Untersuchen Sie die Füße auf Hautveränderungen und Verletzungen. Nehmen Sie für die Fußsohle einen Spiegel zu Hilfe. Rauhe, rissige und trockene Haut? Verwenden Sie eine Lanolin- oder Fettsalbe. Feilen Sie die Zehennägel nicht zu kurz und möglichst gerade. Spitze Ecken kann man etwas abrunden. Hornhaut behandeln Sie am besten nach dem Waschen mit einem Bimsstein.

Weitere Tipps

  • Schützen Sie Ihre Füße vor Verletzungen
  • keine scharfen Werkzeuge (zB Hornhauthobel, Schere, etc.) verwenden
  • Hornhaut- oder Hühneraugensalbe sind ebenfalls tabu
  • Nicht barfuss Laufen (Gefahr von Verletzungen oder Insektenstichen ist zu groß)
  • Füße vor Sonnenbrand schützen
  • Nie eine Wärmflasche oder Heizkissen verwenden, um Füße zu wärmen
  • Besser angewärmte, weiche Wollsocken - auch im Bett - anziehen
  • Strümpfe aus atmungsaktiven Materialen(Wolle, Baumwolle oder Seide) tragen und täglich wechseln
  • Viel Zeit beim Schuhkauf nehmen
  • Schuh-Innenflächen sollen glatt sein
  • Bei Problemfüßen Einlagen oder Spezialschuhe verordnen lassen

 

Im Zweifelsfall gilt immer: Fragen Sie Ihren Arzt!